am Freitag 09 Januar 2009 von katrin091062 Kommentare: 0 Hits: 1165 10.0 - 2 Abstimmungen -
Reisebericht Isparta, 23.12.-28.12.2008
So, ich bin wieder zu Hause und hatte ein paar Tage Zeit, um meine Eindrücke zu verarbeiten – die ich jetzt mit Euch teilen möchte .
Mir war klar dass mein Aufenthalt in Isparta ein völlig neues Erlebnis sein würde, da ich die Türkei bislang (wie wohl die meisten von uns) nur in der Variante Strand/Hotel/all inklusive kenne.
Und dieses Mal…. Im Landesinneren, alleine unter Türken, fernab von Tourismus und Läden, in denen die Preise nur in Euro angeschrieben sind.
Vorausschicken möchte ich noch – zum besseren Verständnis – dass mein „Gastgeber“ Mustafa in dem Hotel arbeitet, in dem ich seit zwei Jahren meinen Urlaub verbringe. Während der Saison arbeitet er im Hotel in Alanya, in den Wintermonaten versucht er, in seiner Heimatstadt Isparta Arbeit zu finden. Was aber anscheinend nicht leicht ist. Auch dort scheint große Arbeitslosigkeit zu herrschen, und laut Mustafa gibt es dort eine richtige Mafia, die die Vergabe von Jobs kontrolliert. Ohne deren Zustimmung kann man dort nicht mal einen Job als Straßenkehrer oder Simit-Verkäufer bekommen. Ich hatte auch nie den Eindruck, dass er arbeitsscheu oder faul wäre – somit glaube ich ihm diese Geschichte auch.
Ich war gespannt, aber auch bereit, mich dem Abenteuer „Isparta“ zu stellen! Ich wusste in keiner Beziehung, was mich erwarten würde. Das ging schon damit los, dass Mustafa zwar sagte, dass er mich am Flughafen abholen würde – aber ich nicht wusste, wie. Mir war klar, dass viele Türken kein Auto haben und ich konnte mir nicht vorstellen, dass er eines hat. Aber es gibt ja noch genügend andere Transportmittel…. Bus, Bahn, Moped, Eselskarren .
Meine Erlebnisse fingen eigentlich schon am Flughafen in Köln an, denn außer mir waren nur noch zwei andere Deutsche im Flugzeug. Alle anderen waren Türken, die natürlich auch die Feiertage ausnutzen wollten und in die Heimat fliegen wollte. So gefiel mir das… Türkei-Gefühl von Anfang an!
Umsteigen in Istanbul war etwas chaotisch. Der Flughafen Sabiha Gokcen ist relativ klein, und so bald man vom internationalen Teil in den nationalen Teil gewechselt hatte, war man in einer anderen Welt. Kein Schild, kein Wegweiser auf Englisch. Wenn da denn überhaupt Schilder gewesen wären! Ich habe mich einfach todesmutig in die Schlange eingereiht, die da stand – ich dachte mir, irgendwo hin werde ich da dann schon kommen. So war’s denn auch, ich landete in dem Warteraum an den sechs Gates, die der Flughafen hat. Bei dem Gate, an dem der Flug nach Antalya angeschrieben war, blinkte ganz hektisch die Schrift „now boarding“. Ich dachte mir…. Wie bitte? Der Flug geht doch erst in 1 ½ Stunden! Aber ein bisschen mulmig wurde mir schon, und ich habe, mit meinem Wörterbuch bewaffnet, nachgefragt. Nö nö, hieß es da, das Schild kann und darf ich getrost ignorieren. Was ich dann natürlich auch getan habe!
Eine Stunde später war’s dann so weit…. Landung in Antalya! Und Mustafa stand auch bereit, um mich abzuholen. Da fiel mir schon mal ein Stein vom Herzen, denn wer weiß………..???????
Er hat mich auf den Parkplatz zu einem Auto gebracht, an dem ein junger Mann wartete. Darf ich vorstellen? Cousin Halil.
Cousin Halil, der fährt wie eine gesengte Sau . Aber so san’s, die Türken! Das erste Wort, das ich dann auch auf türkisch heraus gebracht habe war: Yavaş! Yavaş! Langsam!
Isparta liegt ca. 140 km nördlich von Antalya, im Taurusgebirge, ca. 1000 m über dem Meeresspiegel. Die Straße dorthin ist, wie man vermuten kann, ein Gebirgspaß. Allerdings eine sehr gut ausgebaute und breite Straße, was mich dann doch erstaunt hat. Trotzdem…. Serpentinen mit 170 km/h bekommen mir nicht allzu gut!
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